Post Partum Klausurenphase

Man versorgt sich mit Koffein/ Teein; stellt sicher, dass man nicht gestört wird, schaltet Lärmquellen aus und das eigene soziale Leben auch gleich mit ab. Sodann begibt man sich in einen undurchdringlichen Kokon aus Büchern, PowerPoint Präsis, Papers, Notizen, Skripts, bestenfalls angereichert mit einem gelegentlichen Klick ins Gesichtsbuch oder dem Treffen Gleichgesinntergeschädigter zu Kaffeepausen als DEM sozialem Höhepunkt des Tages. Die Klausurphase.

Der Anfang ist schleppend, bis der Zeitdruck einsetzt und man auf Höchsttouren kommt. Die letzte Klausur hat es je nach Zeitplan und workload mitunter am Schwersten, wird aber auch noch zufrieden stellend gemeistert. Direkt danach erst mal durchatmen und mit fellow Leidensgenossen auf ein Käffchen oder 2 oder 3 in der lokalen Cafete gehen, begleitet vom dick mit Zucker gedeckten lauwarmen Apfelkuchen. So schön kann das Leben sein :)

Einfach weil's schön ist!

… und dann? Seit Wochen gab es nichts zu tun außer Fakten zu wälzen und Wissen aufzusaugen, nur um es wortgetreu & auf Kommando ausspucken zu können (willkommen bei Bologna!). Was also nun? Das Wort ist allen entfallen, liegt aber jedem auf der Zunge: Freizeit. Woah. Was war das noch mal?!

Daheim angekommen sortiert man die Unterlagen, heftet sie ab und muss sie mit etwas Glück nie wieder anschauen. Dem ein oder anderen geht es bereits ab diesem Zeitpunkt gefühlstechnisch etwas komisch: was tun mit der ganzen Zeit? Auf einmal erscheinen die täglichen 24 Stunden wesentlich länger hingestreckt, wenn man sie nicht blockweise für verschiedene Fächer verplanen muss.

Von 150% innerhalb weniger Sekunden nach der letzten Abgabe auf 0%. Es mag für Manche lächerlich klingen, einige fragen sich sicherlich, warum man sich wegen etwas so Schönem wie Freizeit so anstellen kann, aber ganz ehrlich: wenn einem auf einmal die einzige Beschäftigung der letzten Wochen mit einem Schlag vollkommen fehlt, kommt mit der ganzen frei verfügbaren Zeit auch etwas das Gefühl der Nutzlosigkeit oder dem Fehlen der Bestimmung, die Frage, auf welches Ziel als nächstes mit Hochdruck hingearbeitet werden muss. Kurzfristige Orientierungslosigkeit bis hin zu ‚was verdammt noch mal fang‘ ich heute nur mit mir an‘ – kommt alles vor und ist echt kein schönes Gefühl.

In einem gestrigen Gespräch mit einer Kommilitonin haben wir diese bis zu zwei Tage nach der letzten Klausur stattfindende Periode „Post Partum Klausurphase“ genannt. Wer von euch sich also schon immer mal gewundert hat, ob es anderen auch so geht: hell yeah. Wir sind nicht allein :)

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