Farewell, Harry Potter.

In aller Munde ist er, der neue Harry Potter, weiter auf der Welt verbreitet als so mancher flätiger Ausdruck und dabei über die Generationen hinweg bekannt, geschätzt und geliebt. Nach Erscheinen des letzten Buches und dem nun veröffentlichtem Film geht schon eine kleine Ära zu Ende, die kein Narnia oder glitzernde-Vampire-Mist auch nur einigermaßen würdig ersetzen kann.

Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber meine Freunde und ich waren recht früh auf die Buchreihe um den jungen Zauberer mit den wuscheligen Haaren und den gegensätzlichen Freunden aufmerksam geworden. Zufälligerweise wurden die einzelnen Bände so veröffentlicht, dass wir immer das gleiche Alter wie Harry im jeweiligen Band hatten. Insofern hat er uns also seit dem 11. Lebensjahr begleitet – wer hätte gedacht, dass es sich über die nächsten 13 Jahre hinziehen würde ;) Mit 13 Jahren Dauer schlägt es einige andere wichtige Faktoren und beweist sich als eine der größten Konstanten in meinem Leben. Um es noch einmal zu verdeutlichen: 13 Jahre ist mehr als die Hälfte meines gesamten Lebens. CD’s sind kaputt gegangen, aus analog wurde digital, man ist zig mal umgezogen, Beziehungen kamen und gingen, Freundschaften wurden aufgebaut und zerfielen pompös, man ging auf’s Gymnasium, macht das Abitur, begann zu studieren, ging ins Ausland, machte den Bachelor und ist nun auch schon halb durch den Master hindurch. All die Zeit blieben die Bücher stets an ihrem Platz und wurden durch toll umgesetzte Filme ergänzt. [Ok, Daniel Radcliffe kann einfach nicht schauspielern, aber davon sei zum Ende der Ära abgesehen ;)]

Ich denke auch, dass sich gerade durch die Gleichaltrigkeit eine besondere Bedeutung für die Geschichte um Harry für uns ergeben hat, da J.K. Rowling es geschafft hat, Harry auch als Person evolvieren zu lassen, die nicht unähnlich einem „echten“ Leben war :D Klingt für manche Leser wahrscheinlich vollkommen übertrieben, schließlich geht es hier nur um Bücher. Für Kids war Harry Potter aber wesentlich mehr als nur irgendein Buch! Was jeder Einzelne der Buchreihe an Bedeutung beigemessen hat, soll an dieser Stelle auch den einzelnen Personen überlassen bleiben, genügt es zu sagen: Rowling hat so manche Welt gerockt und solide beeinflusst! Noch heute, insbesondere wenn ich krank bin und unter eine große Ladung Decken verfrachtet wurde, schau‘ ich mir gerne den ein oder anderen Film an oder nehme eines der Bücher zur Hand. Darüber hinaus steht eines fest: wenn ich mal Kinder habe, werde ich ihnen HP vorlesen und sie mit den Büchern bombardieren, sobald sie die ersten Buchstaben erkennen können. Nicht ganz wörtlich nehmen! Obwohl, wenn man so drüber nachdenkt… Na mal schauen ;)

Selbstverständlich wurde jedes Buch nicht nur einmal gelesen, mindestens einmal je in Englisch und Deutsch war ein Minimum ;) Man muss auch sagen, dass mir nicht allzu oft eine dermaßen gute Übersetzung eines Buchs in die Hände gekommen ist. Nicht selten gingen ganze Nächte für ein Buch drauf, selbstverständlich gerade wenn ein neues Buch erschien konnten sich die Augen einfach nicht von den Seiten lösen, bis der letzte Buchstabe verschlungen war – sei es in der Schule, daheim [bevorzugt: regnerische Wochenenden] oder gar unterwegs im Schulbus. Gegen die Magie der Bücher hatte sogar Muttern’s Kaiserschmarrn komplett verloren. Egal ob mit Rosinen oder ohne!

Wie dem auch sei, es ist vorbei. Etwas Neues wird es von Harry Potter und seinen Freunden / Feinden nicht mehr geben. Das hat mehr positive Aspekte, als es so manchem im ersten Moment erscheinen mag, aber ganz ehrlich: wo hätte die Geschichte noch hin evolvieren wollen? Der einzige Anhaltspunkt wären die Kinder gewesen, die obschon ihres ruhigen ‚After-War‘ Lebens aber längst keine so interessante Grundlage hätten und so endet die Geschichte, wie es auch sein sollte, auf ihrem natürlichen Höhepunkt.

Schmunzelt ruhig, aber fühlt es sich nicht ein bisschen so an, als würde sich ein großes Kapitel der Kindheit/ Jugend unwiderruflich schließen? Eine Tür mehr, die sich schließt und einen unwiderruflich auf den Weg gen „Erwachsene“ schubbst, ein Weg, der die nächsten Monate der entscheidende wird, da das Kapitel „Studium“ genauso unwiderruflich beendet wird. Realität? Ups, da war ja noch was. Ab jetzt wird sich selbst versichert, man fährt nicht mehr umsonst Bus, hat seltener freie Tage, arbeitet in regelmäßigen Zeitintervallen, schiebt keine Nachtschichten mehr um die Hausarbeit am nächsten Morgen rechtzeitig abgeben zu können, kämpft sich nicht mehr durch dicke Wälzer oder prügelt sich Wissen ins Gehirn. Hat jemand Peter Pan gesehen oder weiß, ob er eine Stelle in seinem Team frei hat?!

Vielen Dank Harry Potter [J.K. Rowling] für die unendlich schöne Zeit, die ‚verlesenen‘ Nächte, das Bangen, Zittern und das diebische Freuen mit dir und deinen Freunden, für die Moral von der Geschicht‘ und die Ausflüge in eine magische Welt.

Schließen wir das Buch.

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