Buchrezension: Fitzek, Amokspiel

Tjaja ihr werten Leser, da hat sich doch schon wieder ein Fitzek in mein Bücherregal geschmuggelt. Eine der nicht unerheblichen Stärken seiner Bücher ist meiner Meinung nach, dass sie nicht überlang sind und damit in einem absehbaren Zeitrahmen gelesen werden können. Ein vergleichsweise dicker Schmöker bleibt öfters mal liegen, man vergisst Teile der Handlung und *schwupps* darf man wieder von vorne beginnen. Doch nun zuerst zu den Randdaten des Werks:

Autor Sebastian Fitzek [www.sebastianfitzek.de]

Titel/ Jahr/ Verlag Amokspiel/ 2007/ Knaur Taschenbuch

Preis/ ISBN 8,99 €/ 9783426637180

Beim Titel fängt’s ja schon an, als Abweichung zum vertraut erscheinenden Begriff „Amoklauf“ wird unter Beibehaltung der Assoziation die Endung „-spiel“ hinzugefügt und erhält damit meiner Meinung nach eine erste durchaus interessante Note.

Die Story entfaltet sich wie folgt: in einem lokalen Berliner Radiosender dringt ein Geiselnehmer ein & nutzt die Radiostation zur Verbreitung seiner Forderung: er möchte seine Verlobte sehen. Die leider verstorben ist. Entsprechendem Nachdruck kreiert er, indem er ein Spiel manipuliert, den „cash call“. Eine zufällig ausgewählte Telefonnummer wird stündlich angerufen, doch wer sich mit der falschen Parole meldet, zeichnet sich ‚verantwortlich‘ für den Tod einer Geisel. Wer kann helfen? Na wenn der Fall nicht perfekt ist für die bewährte Kriminalpsychologin Ira Samin!

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Das Cover von Amokspiel - Sebastian Fitzek

Oder auch nicht, denn nach dem Tod einer ihrer Töchter ist die gute Frau nämlich so ziemlich versunken in Schuldgefühlen und war eigentlich auf dem Weg, die letzte Coke Lemon ihres Lebens zu kaufen. Um diverse Pillen herunter zu schlucken, natürlich.

Dass die Verlobte des Geiselnehmers tot ist, ist einem glatten Verlauf offensichtlich nicht gerade zuträglich, noch hilft die äußerst ungeplante & ungünstige Abstinenz vom Alkohol seitens Ira und dass deren zweite Tochter auch noch eine Geisel ist, setzt ein kleines funkelndes Krönchen auf den stinkigen Schlamassel.

Das Schöne an dem Buch ist, dass es einen echt unvorhergesehenen Twist hat, der mich mal wieder gut überrascht hat. Im Nachhinein betrachtet könnte er einigen aufgewecktereren Lesern durchaus auffallen, mir jedoch blieb er verschleiert und damit eine gewisse Neugier auf’s Ende bis zum Selbigen erhalten.

Manko

Es ist jedoch so, dass Menschen am Meisten Bücher lieben, in deren Hauptpersonen man sich hinein versetzen kann. Bei einer trauernden, alkoholkranken und auch sonstig psychisch am Ende der Welt lebenden Frau/ Mutter mit Suizidplänen, die eine Coke Light Lemon [und bitte nichts anderes!] enthalten, fällt einem das bisweilen doch sehr schwer.

Bin ja doch eher für Coke Cherry zu haben.

[/Humor]

Fazit

Es ist wie üblich keineswegs schlecht, bietet ein grundlegendes Netz auf Spannung, Verwirrung und Neugier, aber rangiert eher auf netter Unterhaltung bei Regenwetter anstatt eines Schmökers, den ich bis zum Morgengrauen nicht aus der Hand legen kann.

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