Die Faszination Rick Genest

Wer sich auch nur oberflächlich mit Mode, ihren Musen und einzigartiger Inspiration beschäftigt, kommt um den Namen Rick Genest aktuell nicht herum. Vielleicht ist der Kanadier euch auch eher unter dem Spitznamen „zombie boy“ ein Begriff? Der Hype der letzten Monate jedenfalls ist geprägt von einer Faszination, der ich mich nicht entziehen kann, geschweige denn möchte.

Sicher, auf den ersten Blick hin möchte man ihm glatt erst mal vollständigen Wahnsinn unterstellen und man fragt sich schon, ob es der Psyche dahinter ganz gut geht. Wer aber, gemäß dem Dermablend Werbespruch, beyond the cover schaut, findet schnell die zugrunde liegende Emotion: Als Kind mit Hirntumor war Rico für eine ganze Weile in einer klinischen Atmosphäre mit ungewissem Ausgang. Innerhalb dieser Grenzen hat ihm laut eigener Aussage im Interview jemand mitgegeben, dass er sich nicht verlieren solle. Zitat: „That was gold.“ Glaubt man sofort.

So kam er denn bereits vor der ersten Kunst auf der Haut zu seinem Spitznamen zombie boy. Angefangen hat er übrigens mit einigen kleineren Tätowierungen auf der Vorderseite vom Rumpf und im Schulterbereich, die erst im Laufe der Zeit zu einem großen Bild gewachsen sind.

Die Story, dass erst Formichetti ihn ganz wundersam per Facebook aus der (Öffentlichkeits-)Taufe hob, ist im Übrigen nicht so ganz astrein. Rico wurde einige Zeitlang vorher bereits von Magazinen kontaktiert und so die Transformation seines Körperschmucks dokumentiert worden, sogar auf unser aller RTL war er schon zu bestaunen. Insofern ist Formichetti eher dafür verantwortlich, dass mittlerweile tatsächlich ein Hype [samt/dank Management] um zombie boy gewachsen ist und man ihn in vielen gut geschnittenen Anzügen betrachten darf. Darüber hinaus ist er nicht nur eine Attraktion innerhalb, sondern auch ein Fan von ‚makabrer‘ Kunst [Mad Macabre Torture Carnival] & noch einiges mehr als nur ein in den Straßen herum lungernder Punk: er ist dabei, sein eigenes Ensemble aufzubauen, weil er [siehe Videos zuvor] sein eigenes Business haben möchte.

Was mir jedoch besonders aufgefallen ist, ist die Diskrepanz zwischen den eher realistisch gehaltenden Verwesungsprozessen und den schlichtweg kindlich ausgestalteten Tierchen, die so bildhaft an ihm schmausen. Insgesamt vielmehr eine interessante denn eine kaputte Psyche, wie ich finde.

Viel wichtiger noch als all das ist aber die Message, für die er immer wieder steht ohne sich dafür als falscher Prophet zu profilieren:

Wahre Schönheit kommt von Innen und ist aus Sicht des Betrachters immer einzigartig zu interpretieren.

Als letzte Anmerkung nun ein YouTube Video, das mir neulich zwischen die Finger fiel, musikalisch einigermaßen vom Thema passt, gut verarbeitet und einfach witzig gezeichnet ist:

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