Eine etwas andere Altersbetrachtung.

Ist Alter wirklich nichts weiter als eine teils recht bedeutungslose Zahl?

In vielen Bekanntenkreisen (vielleicht auch nur meinem?) lässt sich vermehrt beobachten, dass bei Pärchen nicht nur der Altersunterschied weit über bisherig dagewesene Differenzen hinausgeht, längst scheint es darüber hinaus nicht mehr selbstverständlich, dass der Mann automatisch den Part des Älteren übernimmt. Bei mehr und mehr Paaren ist der männliche Partner mehr als 5 Jahre jünger. Das wirklich Überraschende daran? Es funktioniert. Richtig gut sogar (laut eigener Beobachtung). Obwohl zwischen den Beziehungspartnern theoretisch nicht irrelevante Unterschiede in der persönlichen Entwicklung gerade den gemeinsamen Alltag deutlich verkomplizieren müssten.

Statistisch gesehen handelt es sich jedenfalls schon mal um eine Anomalie:

seit über 40 Jahren ist der Altersunterschied zwischen Mann und Frau in verheirateten Paaren in etwa auf dem gleichen Niveau geblieben. Die Differenz schwankt lediglich zwischen 2,3 und 3,1 Jahren & das, obwohl gerade in den vergangenen Jahren seit 1970 der gesellschaftliche Wandel zu immer liberaleren Entwicklungen geführt hat und gerade Wertvorstellungen bezüglich zwischenmenschlicher Beziehungsaspekten von Akzeptanz geprägt wurden.
Die Zahlen mal en detail für die Interessierten:

Jahr / Differenz / Heiratsalter Männer & Frauen = Differenz. Sämtliche Daten vom Statistischen Bundesamt Deutschland.

1970 / 25,6 & 23,0 = 2,6
1991 / 28,5 & 26,1 = 2,4
1992 / 28,8 & 26,4 = 2,4
1993 / 29,2 & 26,8 = 2,4
1994 / 29,4 & 27,1 = 2,3*
1995 / 29,7 & 27,3 = 2,4
1996 / 30,0 & 27,6 = 2,4
1997 / 30,3 & 27,8 = 2,5
1998 / 30,6 & 28,0 = 2,6
1999 / 31,0 & 28,3 = 2,7
2000 / 31,2 & 28,4 = 2,8
2001 / 31,6 & 28,8 = 2,8
2002 / 31,8 & 28,8 = 3,0
2003 / 32,0 & 29,0 = 3,0
2004 / 32,4 & 29,4 = 3,0
2005 / 32,6 & 29,6 = 3,0
2006 / 32,6 & 29,6 = 3,0
2007 / 32,7 & 29,8 = 2,9
2008 / 33,2 & 30,1 = 3,1*
2009 / 33,2 & 30,3 = 2,9

Haben sich unsere Präferenzen/ Geschmäcker über so viele Jahre im Schnitt tatsächlich so wenig geändert?! Trotz „Schreckgespenst“ Emanzipation et cetera hat sich das Heiratsalter beider Partner immerhin fast parallel nach oben verschoben!

Abgesehen davon, dass diese geringe Schwankung der Heiratsalters bei der Erst-Ehe schon per se interessant ist, scheint das gute Funktionieren der großen-Differenz-Beziehungen/-Ehen ja darauf hinzuweisen, dass das biologische Alter zwar Indiz dafür sein kann, wer zum wem wie gut passt (wenn zufällig simultane Persönlichkeitsentwicklungen im Lebensverlauf durchlaufen wurden), im Endeffekt aber die Persönlichkeit, außer der Unumkehrbarkeit des Zeitverlaufs, schlichtweg nichts mit der Altersziffer zu schaffen haben könnte.

Humanökonomen gehen im Übrigen davon aus, dass Jugend mit Innovationsfähigkeit sowie Risikobereitschaft assoziiert wird – ist es das, was gesucht wird? Mehr (psychische) Bewegung im Leben, mehr Neues, mehr Abwechslung, mehr Energie [bei gestiegener Lebenserwartung, insbesondere der Frauen]? Was es auch ist, die jüngeren Männer scheinen zu liefern, was sich von ihnen versprochen wird.

Wie seht ihr das?

*** durch die ausschließliche Ausrichtung dieses Texts auf heterosexuelle Paare soll an dieser Stelle nicht diskriminiert werden, jedoch liegen dazu keine eindeutigen Daten vor, insbesondere natürlich nicht so weit in die Geschichte zurück reichend.

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