Sehr geehrte Arbeitswelt! Pt. II

Liebe Arbeitswelt,

Seit einer kleinen Weile bin ich für dich zu haben. Zu einem meine Existenz sichernden Preis können wir uns bestimmt einig werden und ein nicht irrelevantes Quantum an Produktivität für dich herausfordern.

Was ich jedoch bitte zu beachten ist, dass alles, was in meinem Lebenslauf steht, mit harter Arbeit selbst errungen wurde. Es gibt nämlich noch Menschen, die sich kein Praxissemester leisten könenn, weil sonst im letzten Semester das Bafög fehlt. Menschen, die ihre Praktika nicht von ihren Familien in den AHKs und Großunternehmen dieser Welt verschafft bekommen, sondern sich ganz fürchterlich ordinär bewerben und wenn sie durchkommen, dann durch Leistung auffallen. Das heißt, wenn ihnen jemand die Chance dazu gibt. Glatt läuft es sicherlich nicht immer, aber das sind dann die Punkte, an denen wirklich zukunftsträchtiges gelernt wird – auf mehr als nur einer Seite.

Es gibt nämlich noch Menschen, die nicht in eine Hochglanzwelt voller Anzüge und mehr oder minder korrekt sitzender Krawatten hineingeboren werden. Die sich ihr Studium mit Arbeit, Fokus, Hartnäckigkeit und manchmal verflixt wenig Geld finanziert haben. Durchgehalten habe ich trotzdem, auch wenn ich zwecks der wunderbaren Welt der Studiengebühren in einem Monat auch mal nur 100€ übrig hatte für den kleinen aber umso wichtigeren Faktor der physischen Ernährung und dem berühmt-berüchtigten sowie sagenhaften sozialen Leben.  Nicht jeder hat ein Praktikum in Thailand im Lebenslauf, nicht weil er nicht wollte, sondern weil trotz „gratis Personalwohnheim“ der Flug immer noch über einen 4-stelligen finanziellen Betrag rutscht, von Impfungen und Visums-Kosten erst gar nicht angefangen.

Bin ich perfekt für Sie? Vielleicht nicht gänzlich. Aber daran lässt sich arbeiten! Wenn wir vernünftig zusammen arbeiten, dauert das sicherlich auch nicht sehr lange. Woher meine Zuversicht stammt? Wer die Anfangsstadien von Bologna erfolgreich durchlaufen hat und nun einer der ersten Masterabsolventen ist, ist zwangsweise an Flexibilität, schnelle Auffassungsgabe und harte Arbeit gewöhnt.

Mit etwas Zuversicht, Selbstvertrauen, Bereitschaft zu einem gesunden Maß an Risiko, einer ebenso gesunden Fähigkeit mich selbst zu hinterfragen, manchmal etwas zynischem Humor und der Fähigkeit, außerhalb von bestimmten Schubladen zu denken und trotzdem, beziehungsweise gerade deswegen mit Vielseitigkeit klar zu kommen und diese auch zu genießen, stehe ich gerne jeden Tag bei Ihnen auf der Matte und gestalte zusammen mit Ihnen den Tag noch einen Hauch erfolgreicher als den vorherigen. Vergessen Sie die Generation Y (aber bitte nicht den Kaffee), willkommen bei der Generation Bologna!

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: