Montags-Mimimi

Aus dem Stichwort „Montags-Mimimi“ könnte man vielleicht genauso eine regelmäßige Publikation machen wie bei der Musik zum Sonntag… Meinung dazu? Jedenfalls: Vorhang auf, es folgt das dieswöchentliche

Montags-Mimimi!

Sehr geehrte Damen und Herren Personalverantwortliche,

die Sie in Ihren Positionen so manches Mal über Wohl und Wehe der Arbeitssuchenden entscheiden.

Sie erwarten so viel von uns. Vollkommen zu Recht! Doch obwohl Sie die jeweiligen Entscheidungen zu verfügen haben und damit gegebenenfalls am längeren Hebel sitzen, bedeutet dies nicht, dass wir von Ihnen nicht genauso viel zu erwarten haben. Sie erwarten von uns zumeist einen makellosen Lebenslauf und unter Anderem perfekt verfasste Anschreiben ohne jegliche grammatikalischen oder gar, G. behüt‘s, Rechtschreibfehler. Kurz: die perfekte Repräsentation unseres Selbst.

Die Betrachtung erfolgt allerdings auch anders herum. Sie haben sich ebenso perfekt zu repräsentieren. Wie ich persönlich nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit feststellen darf, erfolgt dies leider sehr oft nicht im Geringsten.

Online Bewerbungen sind das zentrale Element. Wie viele selbst ernannte www-Gouvernanten schon anprangern, bedeutet das online Element dabei nicht, dass die Parteien durch Abwesenheit guten Benehmens glänzen dürfen. Das wiederrum bedeutet Folgendes für den Bewerbungsprozess:

  1. Eine vollständige Bewerbung mit Dokumenten in ordentlicher Qualität umfasst mehr als nur 1 MB. Eine derartige Grenze zu setzen ist absolut und unumstößlich fern jedes Sinns für Realität.
  2. Auch Ihre Stellenangebote sollten fehlerfrei formuliert sind. Mananganement ist im Übrigen kein korrekter Begriff. Teilweise sind die Fehler wieder dieser schon wahrhaft beängstigend.
  3. Eingegangene Bewerbungen werden bestätigt! Denn auch der Bewerbungsprozess ist Teil der für Korrespondenz üblichen Regeln. Das geht individuell oder automatisch, mit persönlicher Mitarbeiteradresse oder ohne. Hauptsache: ausgeführt. Es zeigt zumindest grundlegenden Respekt gegenüber den Bewerbern.
  4. Können Sie 3 Wochen nach Bewerbungseingang noch keine finale Auskunft erteilen, versenden Sie eine kurze Mail, in der Sie Ihr Bedauern für die Verzögerung zum Ausdruck bringen. Dann fühlen sich die Bewerber zumindest schon mal nicht ignoriert, großer Pluspunkt!
  5. Versenden Sie eine Absage und meldet sich der ehemalige Bewerber daraufhin, um ein kurzes Feedback zu erhalten: Antworten Sie! Selbst wenn Sie keine detaillierte Auskunft erteilen (dürfen/können/wollen/sollen), es zeigt Respekt und der gehört nun mal zur Basis erfolgreicher Kommunikation.
  6. … nicht zuletzt: Versenden Sie Absagen! Leider muss ich dies extra erwähnen, sehen sich einige Institutionen nicht einmal in dieser Pflicht. Dieses Verhalten basiert deutlich auf dem Gedankengang „Wenn er lang genug nichts von uns hört, wird der Bewerber es irgendwann schon mal verstehen.“. Respekt- und Anstandsloser geht es wohl kaum.

Wir, die Ihnen bis dato unbekannten Bewerber, sind ganz normale Menschen, die ebenso wie Sie zumindest den grundlegenden Respekt verdient haben. Repräsentieren Sie sich und Ihre Werte entsprechend.

Beste Grüße aus B.

Ihre B.R.

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