Die Facebook-Frage

Offensichtlich blogge ich seit Jahren.

… eeecht wahr?

Tatsache!

Doch auf dem sozialen Netzwerk Facebook findet man mich nicht. Sicher, ich war mal dabei, so ab dem Ende 2008/ Anfang 2009, als ich mich inmitten eines Erasmusjahres im europäischen Ausland wiederfand. So ziemlich alle Aktionen wurden über das Gesichtsbuch koordiniert – ergo mitmachen oder alles verpassen. Das soziale Herdentier Mensch kuckt sich Filme dann doch eher lieber gemeinsam an, das liegt in unserer Natur.

Auch ‚damals‘ gab es natürlich schon die ganzen Sicherheitsbedenken mit den Daten – der Spruch „Wenn dich ein Dienst nichts kostet, ist nicht der Dienst das Produkt, sondern DU.“ ist bei Weitem nichts Neues. Es wurde also einigermaßen darauf geachtet, was man im Profil an Daten eingab oder auch in welchem Umgangston man Statusupdates kommentierte. Dann evolvierte Facebook und es wurde von einer flauschigen blauen Sommerwolke, die perfekt für sommerliches Grillen mit den Freunden erschien zu einer ziemlich dunklen Gewitterwolke.

Also stieg ich aus. Dieses Blog steht zu dieser Handlung entgegen der weitläufigen Erwartungshaltung in keinerlei Gegensatz.

Auf einem Blog veröffentliche ich Daten aus meinem Leben – welche Daten das sind, liegt absolut in meiner Entscheidung. Hier auf dieser Seite kann ich genau das von mir veröffentlichen, das meiner Meinung nach in eure Meinungsbildung über mich mit einfließen soll. Das ist im Endeffekt zwar eine sehr einseitige Berichtserstattung, aber hey: es geht hier nun mal um mein Leben, das ist so und nicht anders. Auf Facebook kann ich natürlich auch selbst entscheiden, was ich denn nun online stelle, aber da hört es eben nicht auf. Durch die ganze Verwicklung und Vernetzung mit dem online Freundeskreis ist man nicht gleich sozial, sondern wird regelrecht zum sozialisieren gezwungen. Welche Inhalte meine Freunde und „Freunde“ online stellen, liegt nicht in meiner Macht. Diese Inhalte können mit mir in Verbindung stehen und Daten enthalten, die ich so lieber nicht öffentlich gesehen hätte. Natürlich kann man gegen bestimmte Inhalte Einspruch erheben, sei es durch eine einfache Anfrage an den betreffenden Freund oder Facebook selbst. Großflächig lässt sich das allerdings nicht praktizieren, zwecks Aufwand mit dem Gesichtsbuch selbst, Freundesverlust samt nöliger Stimmung im Freundeskreis. Das widerspricht dem ganzen Geist einer sozialen Plattform, wie in etwa eine streng regulierte Diät, wenn man doch das Leben genießen soll.

Jeder von uns findet sein Leben in der einen oder anderen Form online dokumentiert vor. Plattformen wie Facebook tragen dazu bei, dass Daten über mich in Umlauf kommen, die ich nicht kontrollieren kann, es lässt mir keinen wirklichen Gestaltungsfreiraum. Doch wenn wir schon in einer Gesellschaft leben, in der sich eine persönliche Meinung basierend auf den online-Lebenslauf gebildet wird, so möchte ich in Form dieses Blog zumindest die Möglichkeit nutzen, diesen Lebenslauf selbst zu füllen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

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