Umzugstheater. Vom Feinsten.

Kinners, ich muss euch was erzählen!

Vor 2 Tagen machte sich ein kleiner, dicker, roter Transporter auf den langen Weg gen München, ihres Zeichens Hauptstadt des Bajuwarenlandes und hoffentlich gerüstet für die kleine Oberfränkin, die ab sofort durch ihre Straßen wuselt. Der Zwischenakt in einem reiflich unausgereiften Theaterstück, das kann ich schon mal verraten.

Akt 1

Der Anfang, mit dem der Stein ins Rollen kam, war natürlich erst mal die Zusage meiner lieben Mitbewohnerin I., die mich nach einem Treffen quasi nett genug fand, um mir Unterschlupf anzubieten. Überhaupt ist I. ein ganz prächtiger Mensch, die ich allerlei über München fragen kann und die mich auch einfach mal zu ihren eigenen Treffen mitschleppt. Ich war ganz happy und so machte ich mich daran, das Projekt Umzug auf die Beine zu stellen. Erst mal waren Anrufe bei 6 Umzugsunternehmen angesagt und offenbar auch vonnöten, um wenigstens 3 Kostenvoranschläge zu erhalten. Hat ja aber immerhin alles ganz super gepasst.

Die Sache mit dem Arbeitsamt übergehen wir, denn letztendlich scheint es soweit gelaufen zu sein. Toi Toi Toi für die Kostenübernahme! Vermutlich hängt ein Bild von mir an der Wand, rot umrahmt als Warnschild. RUN if you see this person! Aber mei, man muss ja schauen, wo man bleibt.

Akt 2

Wie es in unserem Leben auch absolut sein sollte: Ab diesem Zeitpunkt kam jeden Tag etwas Neues dazu, das Probleme oder Komplikationen aufwarf, um die sich schleunigst gekümmert werden sollte ;) Da wäre beispielsweise eine Haftpflichtversicherung, die die Vermieterin bräuchte. Gut, irgendwann braucht man die sowieso, also fix angelegt. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Versicherungsbüro, die sich im perfekten Fränkisch um mich gesorgt hat – das Angebot mit dem Grillen an der Isar steht!

Dann hätte ich da noch eine Umzugsfirma im Angebot, die spontan statt dem immer benannten Freitag urplötzlich den Samstag als Umzugstag erachtete. Hm, leider nein. Das läuft am Freitag oder gar nicht. Nach ein paar hektischen Telefonaten lief das wieder auf der richtigen Spur.

Akt 3

Immerhin habe ich es gerade noch pünktlich geschafft, das grüne Monster, a.k.a. die Couch zu verschenken. Die sozialen Dienste fanden die nämlich nicht cool genug und meinten, sowas würde sich nie verkaufen, wie ich darauf komme, ihnen sowas überhaupt anzubieten! Den Ton und den Blick hättet ihr erleben müssen.  Jeder, der diese Couch kennt, kommentierte das mit entsprechenden Ausdrücken und nach einer Anzeige auf FB wollten innerhalb von einem halben Tag drei Menschen mein Monster. So schaut’s aus.

Am Tag vor’m Umzug ruft plötzlich die designierte Umzugsfirma an – ein denkbar schlechtes Zeichen. Einer von 2 Umzugshelfern, der plötzlich zwecks Unfall ausgefallen ist. Natürlich. Glücklicherweise befand ich mich mitten in der S-Bahn, wo es vermutlich äußerst bedenklich ausgesehen hätte, hätte ich meinen Kopf gegen die Wand gedonnert.

In der Nacht vor dem Umzug erlebe ich plötzlich den äußerst realen Traum, dass ich auf einmal einen 3 m langen TV habe, der natürlich nirgendwo reinpasst – inklusive Traumpanik! Am nächsten Morgen herzhaft darüber gekichert. Ihr müsst euch einen TV mit 80cm Bilddiagonale vorstellen, der Rest auf die 3m Breite bestand ausschließlich aus Rahmen ;)

Sich zum ersten Mal mit dem Thema Schufa beschäftigen. Gespannt sein, was dabei rauskommt ;)

Natürlich haben die Kartons nicht gereicht. Tüten-packing Galore!

Akt 4

Der Tag der Tage dieser Woche wartete mit perfektem Sommerwetter auf, das zwecks Schlepperei zur Abwechslung mal nicht so willkommen war.

Für die Freundin auf den letzten Drücker ein kleines Abschiedsgeschenk genäht, das sie sich persönlich schnell holen kam, zum Rauchen kurz blieb & es dann beim Gehen doch vergessen hat. Aber beim Tragen hat sie fix mitgeholfen ;)

Grade mal eine halbe Stunde vor’m Eintreffen des Umzugsmenschen den Herd abgeschlossen. Musste ja unbedingt noch Kekse backen^^ Von denen die erste Runde nichts wurde, weil zu viel Butter im Teig. Diese musste ich dann natürlich umgehend „notschlachten“ und konnte den Teig gerade so mit einer weiteren Runde Eier retten. Cojones, senorita, tengo cojones!! Oder so ;)

Beim Küche abbauen nach der keksigen Tragödie natürlich erst mal noch alles unter Wasser gesetzt – man gönnt sich ja sonst nichts. Das weiße Handtuch ist jetzt eher… schlamm. Ist das noch Trendfarbe? *hoff*

Auf der Post, der zentrale Hub des Dorfes, bekam ich mein Abschiedsgeschenk: eine kleine Broschüre – „Goldene Worte aus der Bibel.“ Mindestens bei der Hälfte der goldenen Worte fallen mir tiefschwarze Bemerkungen ein. Aber ich bin ja ein prinzipiell netter Mensch, also behalte ich es und klebe es in den Dorf-Foto-Ordner.

Akt 5

Szene 1

Die Küche wurde spontan einfach mal nicht von den sozialen Diensten abgeholt. Na dann schauen wir mal, ob die sich nicht per Kleinanzeige in München verkaufen lässt. Zum Glück gibt es einen Keller. Der jetzt allerdings super blockiert ist. Ihr merkt jedoch: die sozialen Dienste sind in dieser Geschichte nicht so prickelnd untergebracht. Erst arrogant, bockig und launisch, anschließend komplett unverlässlich. Wehe, ich höre die noch einmal über zu wenig Unterstützung jammern… Unverschämtheit.

Doch nun ist alles vorbei, ganz ohne Stau ging der Weg von Statten und das Ausladen wurde durch einen Aufzug unterstützt. Am Abend war es unmöglich, einen Schritt im 20m² Zimmer gehen zu können, obwohl ich meine Sachen aus der 60m² Wohnung schon extrem reduziert hatte. Mittlerweile sind die Möbel an ihrem Platz und es gibt sogar schon 3 freie m² zum gehen und räumen! Das Wichtigste war wohl, erst mal Platz für die Schlafstätte zu schaffen – check.

Wie das alles wieder gut wird? Dusche, Sonnenschein und eine Mitbewohnerin, die mir Kaffee anbietet. Liebe I. – ich revanchiere mich bevorzugt mit Keksen :) Mach dich auf was gefasst!

Szene 2

…. heute Morgen dann erst mal entspannt eine Runde Touri gespielt und mit der Kamera durch die Stadt gestreunt. Nachmittags gab’s heute in der Freiheitshalle The Dance Show Germany zu begutachten, bei der man mit der lieben I. rumzappeln konnte.

Alles in allem ein gelungener Start, die ersten Fotos der Stadt folgen morgen!

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P.S.:  Heute Morgen um 4 Uhr meinen persönlichen frühen Vogel auf meinem Fensterbrett kennengelernt. Die Jagdsaison ist eröffnet!

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