Rezension: Stephen Kings „Doctor Sleep“

Die Geschichte

Dan hat das Shining. Das wissen wir aus dem gleichnamigen Buch, an dessen Ende ein zutiefst verletzter Junge steht. Schließlich wollte sein Vater ihn töten. Einige Jahre später ist Dan Torrence schwerer Alkoholiker, kämpft mit der Moral seines Tuns, zieht rastlos durch   dRezension Stephen King, Rezension King Doctor Sleep, Referenzen Doctor Sleep der dunkel Turm, Dark tower doctor sleepas Land und ist nirgendwo zu Hause. Bis er über den kleinen Ort Frazier stolpert, wo er auf Billy trifft und hängen bleibt. Wo er einen Chef findet, der ihn zu den AA schickt und nicht mehr absinken lässt. Wo er von Abra kontaktiert wird, als sie noch ein Baby ist. Eine mentale Freundschaft wächst über das nächste Jahrzehnt, denn Abra wohnt einige Ecken entfernt und hat das stärkste Shining, auf das Dan bisher getroffen ist.

Doch nicht nur er wird auf Abra aufmerksam. Rund um die beängstigende Rose the Hat, oder auch als Rose O’Hara bekannt, gibt es eine jahrtausendalte Sekte in den Staaten. Diese ernährt sich von Steam, dem letzten Hauch eines Sterbenden, der/die das Shining besitzt. Um ihn zu reinigen, quälen sie ihre Opfer auf grausamste Art. Und jetzt haben sie Abra gefunden. Kann Dan sein Trauma überwinden und ihr helfen? Oder: Braucht Abra überhaupt Hilfe?

Geschichte zur Geschichte

Wer im Vorfeld die Spekulationen über Vampire gelesen hat & in den Tenor „Es muss nicht immer eine Sequel geben!“ eingestimmt hat, sollte die Klappe halten und das Buch zur Hand nehmen. Mit dem kitschigen Vampir-Trend hat das Buch nichts zu tun, wie man es zu Recht auch von King erwartet. Er erwähnt die aktuellen Lesetrends unserer Jugend, aber damit hat sich das Thema „Vampire“ auch schon erledigt. Genauso wie der Tenor vorab.

Danny ist nicht wirklich erwachsen geworden – vielleicht aber auch so erwachsen, wie es für einen Jungen wie ihn überhaupt ging. Als Autor kann es nicht leicht sein, eine Figur zu erschaffen und sie nach vielen Jahren wieder in den Fokus einer Arbeit zu stellen. King schafft es trotzdem, dass Danny zu Dan wird und der Charakter sich zumindest ein normales Stück weit und glaubhaft entwickelt hat.

Das Schöne an einem King ist ja aber auch gerade, dass man nicht weiß, was als nächstes um die Ecke kommt. Hier kann alles passieren – und das tut es. Beispielsweise, als Abra einfach mal nicht ein kleines Mädchen bleibt, das ganz viel Schutz braucht. Ich frage mich schon, wie Abras Leben mit diesem Ausmaß an „Temperament“ weiter verläuft. Sollte sie irgendwann auf die DUNKLE Seite wechseln, würde mich das wirklich nicht wundern ;)

Der Schreibstil ist der alte: Kein prätentiöses Herumformulieren, keine überflüssigen Sätze. Jedes Wort sitzt und gehört zur Erzählung. King zu lesen, ist nicht schwer. King vollends zu verstehen dagegen manchmal schon. Eines seiner Bücher zu lesen hat ja auch immer etwas von einer Schnitzeljagd – gibt es Referenzen zu anderen Werken aus seiner Schreibfeder? Eine kleine Analogie zum Schwarzen Turm, die mir aufgefallen ist, ist die des Rades: Dan und Abra tauschen so jeweils ihre Seelen. Sind euch andere crossovers aufgefallen?

I Like.

Durch die immer wieder einfließenden Erklärungen zur Geschichte davor kann man das Buch übrigens auch lesen, ohne „Shining“ zu kennen.

  • Stephen King. Doctor Sleep. Fest gebunden.
  • Heyne Verlag. 22,99 Euro.

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P.S.: Für diese Rezension wurde mir von Randomhouse ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Wer mich kennt oder hier schon länger mitliest, weiß, dass das meine Meinung allerdings so gar nicht beeinflusst. Zwecks dem Prinzip der reinen Opposition meckern, wenn es nicht angebracht ist, ist eben nicht mein Stil.

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