Rezension: Patrick Rothfuss – Der Name des Windes

Rezension Patrick Rothfuss Name des Windes, Rezension Königsmörder TrilogieEinst war Kvothe ein mächtiger Mann, der mit seinem kriegerischen Geschick und seiner Magie so manche Schlacht entschied. Nun lebt er unter dem Namen Kote in einem Dorf und ist ein einfacher Wirt. Bis Dämonen auftauchen und der Zauberer in ihm gefordert wird.

Wie, ihr habt noch nie von Kvothe gehört? Dann solltet ihr mitlesen, wenn der Zauberer seine Lebensgeschichte dem Chronisten erzählt. Der Chronist – das ist der Mann, dem Kvothe just das Leben rettete, als er die Dämonen tötete, die urplötzlich in dem kleinen Dorf aufgetauchten. Dort wollte er sich eigentlich vor der Welt verstecken, aber jetzt …

Satz mit ‚x‘

Doch Kvothe war nicht immer mächtig. Als Sohn umherreisender Schauspielleute findet er eines Tages seine Eltern und die ganze Truppe tot auf – ermordet von den legendären Chandrian, an deren Existenz allerdings nicht mehr viele glauben. Um sie rächen, führt ihn sein Lebensweg in viele Sackgassen, bevor er an der sagenhaften Universität landet: Dort wird er als Magier ausgebildet und erlangt weitere Kenntnisse über die bösartigen Wesen. Doch sein Leben ist hart, Kvothe selbst sehr undiszipliniert und außerdem stehen ihm viele scheinbar unüberwindbare Hindernisse im Weg …

Die Kritik

Natürlich gibt es eine Haupthandlung, die allerdings in einige zusätzliche Inhaltsansätze eingebettet ist. Das birgt das Risiko, die Erzählung für den Leser unübersichtlich zu machen, aber Rothfuss schafft es, sie wunderbar miteinander und dem roten Faden verflechten. Zentral ist natürlich Kvothe, geht es doch um seine Lebensgeschichte. Die begleitenden Figuren wirken manchmal etwas blass, prägen die Geschichte aber durchaus auf ihre eigene Weise mit.

Patrick Rothfuss schreibt weder inhaltlich noch sprachlich übertrieben episch, kommt aber insgesamt auf genug Pomp, um die Fantasie des Lesers auf den Weg durch ein magisches Land zu schicken.

Die Erzählstruktur ist ummantelt mit gegenwärtigem Geschehen, während der Kern aus von Kvothe erzählten Rückblenden besteht. So erfährt der Leser nicht nur, wer dieser legendäre Zauberer ist, sondern auch, warum er überhaupt einer geworden ist. Damit erbaut der Autor einen großen Spannungsbogen, denn letztendlich bleibt die Frage: Wie geht es weiter in Buch 2 und 3?

In diesem Sinne endet das über 850 Zeichen starke Werk auch mit einem ein-Satz-Cliffhanger, der die Neugier auf die Fortsetzung nicht nur schürt, sondern zu einem Großbrand werden lässt.

Das Fazit

Die Königsmörder-Trilogie von Patrick Rothfuss wird oft mit dem alles übertrumpfenden “Herr der Ringe” verglichen. Dieser Vergleich hinkt allerdings, den zum einen: Was kann man wirklich mit Tolkiens Wahnsinnsepos vergleichen?  Zum anderen geht Rothfuss in eine inhaltlich vollkommen andere Richtung. Das gilt auch für den ebenfalls oft angestrengten Vergleich mit Harry Potter. Der einzige gemeinsame Nenner ist hier, dass beide Hauptpersonen Zauberer sind und ihre Eltern ermordet wurden. Im Universum der Fantasyliteratur sind diese drei Werke also jeweils ein eigener Stern, die im gleichen Maße strahlen.

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