Was für ein Hype. Trotzdem ignorieren?

Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich Fifty Shades of Grey nicht in mein Bücherregal aufnehmen sollte. Wer sich die Liste da rechts anschaut, weiß, dass ich an sich wirklich viel lese. Macht ja auch Spaß ^^ Der Bücherkauf dazu fällt mir leicht: Normalerweise weiß ich nach 5 Sekunden Klappentext lesen und Cover betrachten, ob ich es haben möchte oder nicht. Bei der Fifty Shades Reihe hat das nicht so recht funktioniert. Die zugrundeliegende Handlung finde ich zwar interessant. Doch wenn um etwas ein solcher internationaler Hype gemacht wird, dann stößt es mich ab. [Panem und Potter als Ausnahme, selbstverständlich!] Außerdem sagten viele Leser, dass die Bücher zwischendrin einfach schlecht geschrieben wären und irgendwann hat sich wirklich jeder über das Gefasel zur „inneren Göttin“ aufgeregt. Das war fast schon wieder amüsant. Jetzt kam natürlich der Trailer zu Fifty Shades raus und hat alle Rekorde gebrochen. Zig Millionen Klicks für jeden Trailer in jeder Sprache und ich muss sagen: Er lässt sich auch wirklich gut anschauen. So ganz ist meine Neugierde also nicht verpufft, also … Irgendetwas musste unternommen werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einiger Recherche hab ich mich trotzdem gegen Fifty Shades entschieden und für die Crossfire-Reihe. Band eins habe ich nun durch.

Ich bestelle heute nicht à la carte, sondern folge den Empfehlungen des Chefs.
Der Satz trifft so ziemlich den Kern: Sich der Führung einer anderen Person anvertrauen. Wir als Leser, weil wir ein fertiges Buch lesen. Die weibliche Hauptperson, weil er sie sexuell ‚dominiert‘. Die männliche Hauptperson, weil er definitiv wiederholt die Kontrolle verliert und das akzeptiert.

Aber gut, in die U-Bahn steigen wir auch ein und haben keinen Einfluss auf die Fahrt, vertrauen uns also dem Fahrer an. Genauso, wenn wir den Herd einschalten und darauf vertrauen, dass das Gerät ordentlich repariert/ angeschlossen wurde. Ein Prinzip also, das sich quer durch unser Leben zieht und entsprechend eines der essenziellsten ist.

Wichtig ist: Beide Hauptpersonen haben ihren Hau weg und wissen darum. Der Umgang der beiden damit ist geprägt von Realismus und Pragmatismus. Das sorgt dafür, dass wir hier keine rosarote Lovestory lesen, vor dem man sich mnach einer Weile wohlig-schauernd ekelt. Wohlig-schauern lassen einen die ersten paar sexuellen Szenen. Leider häufen sie sich extrem und schieben damit den zwischenmenschlichen Hintergrund weiter in eine dunkle Ecke. Das ist einerseits schade, andererseits lässt sich auch aus diesen Szenen viel über das Paar herauslesen. Außerdem wirken sie geradezu therapeutisch auf die beiden.

Kleiner Randfaktor: Es gefällt mir außerordentlich, dass die weibliche Hauptperson nicht eine schüchterne Studentin ist, die nichts von der Welt kennt. Sie hat selbst Geld, ist nicht schüchtern, kennt sich selbst und leidet nicht schweigend. Lieber sagt sie genau, was sie anpisst und geht danach. Sie ist also nicht das klassische, weiche, sich „von Natur aus“ benutzen lassende Opfer.

Ehrliches Geständnis: Es geht um mehr, als ich vermutet habe. Es geht nicht um den heißen Sex, sondern um seine Bedeutung. Ich glaube, es gibt tatsächlich noch einiges zu entdecken, wenn man sich die Handlung noch einmal zu Gemüte führt. Ich selbst habe das Buch heute vormittag in einem „Happen“ verschlungen. Jetzt sitze ich da und überlege mir, was genau in diesem Buch vorfällt. Irgendwie passiert gar nicht so viel, rein handlungstechnisch. Andererseits passiert innerlich bei den Charakteren einiges. Insgesamt ein Buch, das ich wirklich empfehlen würde. Auf die nächsten beiden freue ich mich schon, werde wohl aber andere Bücher dazwischen packen, damit ich keinen unglücklichen Overload erleide.

Allein, dass ich mal eben so einen langen Text schreibe, nachdem ich das Buch frisch aus den Händen gelegt habe, überrascht mich selbst. Habt ihr Shades of Grey oder Crossfire gelesen und wie war eure Reaktion am Ende?

Schöne Grüße für einen angenehmen Sonntag!

Eure hin und hergerissene Bettina

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4 Kommentare

  1. Hallo :-)
    Ich habs gelesen, bzw. am zweiten hänge ich seit über nem halben Jahr und gebs wohl auf… ich finde es einfach nur flach… die Geschichte ist so weit hergeholt, wahnsinn… davon abgesehen hat die Autorin auch von der Materie BDSM nicht wirklich viel Ahnung und ich kann nur hoffen das es nicht zu viele Unerfahrene in die Arme eines dahergelaufenen Möchte-gern-dom treibt (weil im Buch ist das ja supereasy, erotisch und gar nicht gefährlich)… naja, für mich schade um das Geld, aber zumindest hab ich nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben ;-) …also bei MIR leider enttäuschung. Sowohl Handlung, Persönlichkeiten als auch Schreibstil haben mich so überhaupt gar nicht angesprochen :-(
    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. Stimmt, bei Crossfire geht es gar nicht um BDSM, da konnte die Autorin dann auch nichts falsch machen ^^ Aber klar, Nachahmer, die sich haben verblenden lassen, sind da wirklich eine Gefahr.
    Danke für deine ehrliche Meinung, denn nach deiner Bewertung werd ich wohl weiterhin die Finger von Shades of Grey lassen … Wenn dich Crossfire interessiert – es ist wirklich ganz anders und lässt sich als Büchersendung günstig deutschlandweit verschicken ;)

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  3. Hallo, danke für deine Erläuterung zu Crossfire. Ich zweifle genauso wie du an Shades of Grey. Manchmal denke ich mir, komm jetzt lese es und dann ists mir doch um die Zeit und Geld zu schade :D Falls du es aus welchen Gründen auch immer doch mal lesen solltest – bin ich auf einen Erfahrungsbericht sehr gesppant :D Liebe Grüße

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  4. Danke dir für deinen Kommentar! Klar, sollte ich mich damit befassen, sag ich Bescheid :) vorerst wird es aber bei Band 2 und 3 von Crossfire bleiben. Es sagen aber so viele etwas schlechtes über Shades of Grey, von daher steigert sich meine Neugier auf den Film immer mehr ^^

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