Rezension – CSI: Cyber

Die vielbesungene Digitalisierungswelle erreicht die Fernseh-Serien – mit CSI: Cyber geht ein Klon der zum Teil sehr erfolgreichen Crime-Serien an den DVD-Start. Nur: Beliebig oft ließ sich noch keine TV-Show kopieren.

Die Handlung von CSI: Cyber

Wenn bei Banken derzeit bis zu 40.000 Mitarbeiter im Bereich IT tätig sind, zeigt das, wie leistungsfähig man das Web instrumentalisieren kann. Es geht bei CSI: Cyber natürlich nicht darum, wie toll man seinen Alltag gestalten kann, sondern wie schnell IT und speziell das virtuelle Leben zur Hölle wird – und sich auf das reale Leben auswirken kann. Identitätsdiebstahl, Entführung, sogar Mord – das Ausmaß der Bedrohungen ist unerschöpflich und die Täter sind im geheimen „Dark Net“ scheinbar unauffindbar. Aber nicht für die Cyber Crime Division des FBI in Quantico, Virginia: Unter der Leitung von Special Agent Avery Ryan hat sich ein vermeintlich schlagkräftiges Team aus Hackern, Analysten und Exsoldaten der Bekämpfung der Cyber-Verbrecher verschrieben.

Die Kritik zu CSI: Cyber

Das Fazit gerne vorab: FURCHTBAR. An sich war es ja Zeit für eine Serie, die sich stärker um IT und Technologie dreht. Wenn man nur an die Möglichkeiten denkt, die sich inhaltlich bieten und damit für Abwechslung vom Tatort sorgen! Das Problem mit Cybercrime als Gegenstand einer TV Show ist allerdings, dass es wenig greifbar scheint – besteht ja alles nur aus Nullen und Einsen. Außerdem gibt es keine furchterregenden Axtmörder mehr, sondern meist moppsige Menschen hinter Keyboards – inklusive Bart. Da musste sich die Serie was einfallen lassen, entsprechend aufregend ist der erste Fall.

An dieser Stelle hat die Serie die Chance, richtig gut zu werden. Aber sie flacht sofort wieder ab, auf spektakulär enttäuschende Art. Themen wie das Deep/Dark Web oder sonstige realistische Aspekte fallen vollkommen raus. Einmal mobben sich Schüler und wenig überzeugend könnte es möglicherweise vielleicht zu einem Amoklauf kommen. Ein anderes Mal geht eine Beziehung zu Bruch – wow. Echt abwechslungsreich und soooo IT-affin. Genauso oberflächlich ist die Schauspielleistung. Die Hauptdarstellerin Patricia Arquette wirkt vollkommen deplatziert. Sie soll kompetent wirken und reproduziert ihren Text ohne Gefühl für die Bedeutung. Es scheint, als hätte die Schauspielerin keine Ahnung von dem, was sie damit sagt. Hauptsache, sie steht „konzentriert“ da und kuckt „kritisch“.  Inhaltlich ist sie außerdem vollkommen unsympathisch.

Allein das Intro ist sehr schwerfällig. Es dreht sich nur um diesen einen weiblichen Hauptcharakter und jeder Zuschauer denkt sich nur – ja und? Vollkommen irrelevant. Nur die Tech-Kids wirken authentisch, inhaltlich zumindest. Optisch könnten nicht mehr Klischees erfüllt werden. In Sachen Gleichberechtigung fällt es auch gar nicht auf, dass einer dunkelhäutig ist, der andere weiß und moppsig und die dritte im Bunde eine Asiatin. Aber keine Sorge, die Leute auf Cheflevel sind alle durchschnittlich „Kaukasier“. Zudem hakt es an den Details: Wenn‘s um soziale Medien geht, werden fake Portale erfunden. Warum nicht einfach sagen, wie es ist? Facebook. Twitter. Nicht zuletzt kommt mindestens ein Mal pro Folge ein saloppes „Kannste das nich hacken?“. Dude.

Fazit: Wenig spannende Fälle, zu oberflächlich, kein guter Hauptcharakter und am Ende wird alles notorisch gut. CSI: Cyber ist leider eine vollkommen unnötige Erfindung. Bleibt bei dem Original – CSI New York.

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