Rezension: Flammenspiel, Teil 1

Flammenspiel Cover Martina MalenkeSo gibt die Autorin den Inhalt wieder:

Für was würdest du dich entscheiden, wenn du zwischen Tod und Töten wählen musst? An ihrem fünfzehnten Geburtstag nimmt die heile Welt der Amy Sandori ein jähes Ende, als genau diese Frage beantworten muss. Sechs Jahre später ist sie eine eiskalte Killerin und erledigt ohne jedes Gewissen ihre Aufträge in Berlin. Bei einem, den sie kurzfristig annimmt, meldet sich jedoch ihr Gewissen. Als sie dann auch noch das deutsche Staatsoberhaupt – den Bundespräsidenten – töten soll, trifft sie eine Entscheidung, die ihr Leben nochmals verändern wird. Ihr Weg führt sie zu der Liebe ihres Lebens, Ronny Meisler, setzt sie aber auch der größten Gefahr aus, denn sie muss ihr Geheimnis schützen.

Meine Kritik

Das Buch ist ein ebook, dessen Leseprobe von über 500 Seiten aktuell kostenlos auf neobooks erhältlich ist – nein, es ist nicht meines  ;) Edit August 2016: Es ist nicht mehr auf neobooks verfügbar und die Autorin hat sich wegen der nächsten Zeilen tatsächlich wutentbrannt bei mir gemeldet …

Leider finden sich in dem Buch einige typische ebook-Nachwuchsautor-Fehler. Ich bin selbst einer, habe aber beruflich das Texten, Schreiben und Erzählen erlernt, bilde mittlerweile Redakteure aus und erlaube mir daher in dieser Sache ein Urteil sprechen zu können. Zum einen die Satzstruktur – sie ist manches Mal recht holprig beim Lesen, da kommt man als Leser leicht aus dem Fluss raus. Falsch gesetzte Kommata kommen hinzu.

Was ich gut finde, sind die szenischen Beschreibungen. Hier merkt man, dass die Autorin mit wachen Augen durch die Welt geht und die Dinge betrachtet, wie sie wirklich sind. Daraus kann man sich wirklich viel für seine Geschichten ziehen und für die Leser eine greif- und vorstellbare Welt aufbauen.

Die gewählte Perspektive ist die ich-Form. Als Auftragskillerin ist die Hauptperson aber beileibe kein einfacher Charakter. Da irritiert es ein wenig, wenn die ich-Form detailliert beschreibt, wie sie bei einem Auftragsmord vorgeht – und WARUM. Warum sollte der Charakter das sich selbst so ausführlich berichten? Das ist leider etwas unlogisch und hat manchmal etwas vom Erklär-Bär-Charakter.

Inhaltlich ist der Charakter auch inkonsequent. Einerseits erschießt sie gerne mal ein paar Leute mehr, aber um Himmels Willen kein Kind. Schließlich trägt sie diese eiskalte Flamme in sich. Aber den Bundespräsidenten will sie auch nicht um die Ecke bringen. Obwohl sie das Töten von Onkel Chris gelernt hat, den sie im Kino auch so anspricht, obwohl sie in der Öffentlichkeit selbst nur mit einem Decknamen angesprochen werden möchte.

Dinge wie diese ziehen sich durch das Buch. Das ist schade, denn an sich ist die Idee der eigentlich erzählten Geschichte eine sehr interessante. Damit kann ich das Flammenspiel leider nicht zum Lesen empfehlen, werde aber trotzdem selbst Mal in Band 2 hinein lesen – denn jeder Autor entwickelt sich weiter. Oftmals braucht es einige viele Seiten, bis man seinen eigenen Stil entwickelt hat. Ich drücke der Autorin die Daumen!

Infos:
Martina Malenke. Flammenspiel, Teil 1.

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